75 Jahre Traction Avant: Sonderausstellung in Sinsheim75 Years of Traction Avant: Sinsheim exhibition

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75 Jahre Citroën Traction Avant („Gangster-Citroën“)
Sonderausstellung im Auto &  Technik Museum Sinsheim

Hektische Modellwechsel wie heute waren in den Vor- und Nachkriegsjahren noch ein Fremdwort: 23 Jahre lang produzierte Citroën äußerlich nahezu unverändert den legendären „Traction Avant“.  Aus Anlass seines 75. Geburtstags spannt das Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM bis Ende dieses Jahres in einer Sonderschau den Bogen vom ersten Citroën 7 A von 1934 bis zu einem der letzten Modelle dieser Baureihe, einem 15 Six (Baujahr 1956). Das richtungsweisende Konzept dieses mehr als zwei Jahrzehnte lang gebauten Erfolgsmodells trug entscheidend zum Image von Citroën als avantgardistische Marke mit unkonventionellen technischen Ideen bei.

Der Citroën 7 CV „Traction Avant“ galt bei seiner Markt-einführung im Mai 1934 als technischer Meilenstein. Seine selbsttragende Karosserie, die vordere Einzelradaufhängung, hydraulische Bremsen und vor allem der innovative Frontantrieb (französisch: Traction Avant) setzten neue Maßstäbe in Straßenlage, Fahrsicherheit und Komfort. Es gab ihn in drei Leistungsstufen: 1303 cm³ und 32 PS (Typ 7 A), 1529 cm³ und 35 PS (Typ 7 B) und 1911 cm³ und 46 PS(Typ 7 Sport). Ab September 1934 ergänzte der etwas längere und breitere Citroën 11 CV das Modellprogramm. Mit ihm absolvierte der französische Rennfahrer Francois Lecot 1935 eine Rekordfahrt über 400 000 Kilometer, indem er täglich die Strecke Paris – Monaco (950 Kilometer) zurücklegte.

7 CV und 11 CV gab es in zahlreichen Karosserievarianten, z. B. als Limousine, achtsitzigen Großraumwagen („Familiale“), Kombi („Commerciale“), Coupé oder Roadster. Bis 1935 lief der Traction Avant auch im deutschen Citroen-Montagewerk in Köln-Poll vom Band und wurde als „Citroën Front“ angeboten.Statt des geplanten, aber nie realisierten Achtzylindermodells „22 CV“ wurde 1938 als Spitzenmodell der Sechszylinder „15 Six“ eingeführt (2 867 cm³ und 77 PS), der 130 km/h Spitze erreichte.

Die Synthese aus hoher Motorleistung und exzellenter Straßenlage machte ihn während des zweiten Weltkriegs zum bevorzugten Fahrzeug, sowohl französischer Partisanen, als auch der sie verfolgenden deutschen Gestapo. In den Nachkriegsjahren diente der Traction Avant häufig Gangsterbanden als Fluchtfahrzeug, was ihn zum mobilen Standardrequisit einschlägiger Kriminalfilme machte und ihm den bis heute geläufigen Beinamen „Gangster-Citroën“ eintrug.Die vor 1953 gebauten Modelle sind vor allem am außen auf der Kofferraum-klappe aufliegenden Reserverad zu erkennen. Bei den späteren Fahrzeugen verschwand es im Gepäckabteil und machte einem etwas plump wirkenden glatten Kofferraumdeckel Platz. Bis 1947 drehte der Sechszylinder übrigens links herum, weshalb er als „15 Six G“ – das G stand für „gauche“ (links) – bezeichnet wurde. Die späteren Modelle firmierten als „15 Six D“ (D für „droite“, also rechts).

Von 1954 an diente der 15 Six als Erprobungsfahrzeug für die innovative hydropneumatische Federung, die ihr offizielles Debüt erst im Nachfolgemodell Citroën DS gab. Im Gegensatz zum DS besaß der 15 CV-H allerdings dieses Federungssystem nur an der Hinterachse. Am 25. Juli 1957 lief nach 23 Jahren Bauzeit der letzte von insgesamt 759 123 Traction Avant vom Band. Mit ihm endete bei Citroën die Ära des klassischen Vorkriegsdesigns mit freistehenden Kotflügeln und Scheinwerfern. Verglichen mit dem „Gangster-Citroën“ wirkte der futuristische Nachfolger DS wie ein Objekt von einem anderen Planeten.

Die Sonderausstellung 75 Jahre Citroën Traction Avant („Gangster-Citroën“) ist noch bis 31. Dezember 2009 täglich von 9 bis 18 Uhr im Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM zu sehen.75 Jahre Citroën Traction Avant („Gangster-Citroën“)
Sonderausstellung im Auto &  Technik Museum Sinsheim

Hektische Modellwechsel wie heute waren in den Vor- und Nachkriegsjahren noch ein Fremdwort: 23 Jahre lang produzierte Citroën äußerlich nahezu unverändert den legendären „Traction Avant“.  Aus Anlass seines 75. Geburtstags spannt das Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM bis Ende dieses Jahres in einer Sonderschau den Bogen vom ersten Citroën 7 A von 1934 bis zu einem der letzten Modelle dieser Baureihe, einem 15 Six (Baujahr 1956). Das richtungsweisende Konzept dieses mehr als zwei Jahrzehnte lang gebauten Erfolgsmodells trug entscheidend zum Image von Citroën als avantgardistische Marke mit unkonventionellen technischen Ideen bei.

Der Citroën 7 CV „Traction Avant“ galt bei seiner Markt-einführung im Mai 1934 als technischer Meilenstein. Seine selbsttragende Karosserie, die vordere Einzelradaufhängung, hydraulische Bremsen und vor allem der innovative Frontantrieb (französisch: Traction Avant) setzten neue Maßstäbe in Straßenlage, Fahrsicherheit und Komfort. Es gab ihn in drei Leistungsstufen: 1303 cm³ und 32 PS (Typ 7 A), 1529 cm³ und 35 PS (Typ 7 B) und 1911 cm³ und 46 PS(Typ 7 Sport). Ab September 1934 ergänzte der etwas längere und breitere Citroën 11 CV das Modellprogramm. Mit ihm absolvierte der französische Rennfahrer Francois Lecot 1935 eine Rekordfahrt über 400 000 Kilometer, indem er täglich die Strecke Paris – Monaco (950 Kilometer) zurücklegte.

7 CV und 11 CV gab es in zahlreichen Karosserievarianten, z. B. als Limousine, achtsitzigen Großraumwagen („Familiale“), Kombi („Commerciale“), Coupé oder Roadster. Bis 1935 lief der Traction Avant auch im deutschen Citroen-Montagewerk in Köln-Poll vom Band und wurde als „Citroën Front“ angeboten.Statt des geplanten, aber nie realisierten Achtzylindermodells „22 CV“ wurde 1938 als Spitzenmodell der Sechszylinder „15 Six“ eingeführt (2 867 cm³ und 77 PS), der 130 km/h Spitze erreichte.

Die Synthese aus hoher Motorleistung und exzellenter Straßenlage machte ihn während des zweiten Weltkriegs zum bevorzugten Fahrzeug, sowohl französischer Partisanen, als auch der sie verfolgenden deutschen Gestapo. In den Nachkriegsjahren diente der Traction Avant häufig Gangsterbanden als Fluchtfahrzeug, was ihn zum mobilen Standardrequisit einschlägiger Kriminalfilme machte und ihm den bis heute geläufigen Beinamen „Gangster-Citroën“ eintrug.Die vor 1953 gebauten Modelle sind vor allem am außen auf der Kofferraum-klappe aufliegenden Reserverad zu erkennen. Bei den späteren Fahrzeugen verschwand es im Gepäckabteil und machte einem etwas plump wirkenden glatten Kofferraumdeckel Platz. Bis 1947 drehte der Sechszylinder übrigens links herum, weshalb er als „15 Six G“ – das G stand für „gauche“ (links) – bezeichnet wurde. Die späteren Modelle firmierten als „15 Six D“ (D für „droite“, also rechts).

Von 1954 an diente der 15 Six als Erprobungsfahrzeug für die innovative hydropneumatische Federung, die ihr offizielles Debüt erst im Nachfolgemodell Citroën DS gab. Im Gegensatz zum DS besaß der 15 CV-H allerdings dieses Federungssystem nur an der Hinterachse. Am 25. Juli 1957 lief nach 23 Jahren Bauzeit der letzte von insgesamt 759 123 Traction Avant vom Band. Mit ihm endete bei Citroën die Ära des klassischen Vorkriegsdesigns mit freistehenden Kotflügeln und Scheinwerfern. Verglichen mit dem „Gangster-Citroën“ wirkte der futuristische Nachfolger DS wie ein Objekt von einem anderen Planeten.

Die Sonderausstellung 75 Jahre Citroën Traction Avant („Gangster-Citroën“) ist noch bis 31. Dezember 2009 täglich von 9 bis 18 Uhr im Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM zu sehen.

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S. Joest, www.ami6.de